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I. Ursprung der Unteilbarkeit von der Antike bis ins Mittelalter: Vereinbarkeit von (Rechts-) Pluralismus und Unteilbarkeit

Citer : Madeleine Lasserre, 'I. Ursprung der Unteilbarkeit von der Antike bis ins Mittelalter: Vereinbarkeit von (Rechts-) Pluralismus und Unteilbarkeit, ' : Revue générale du droit on line, 2026, numéro 70769 (www.revuegeneraledudroit.eu/?p=70769)


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Zwar wurde das Unteilbarkeitsprinzip im Jahr 1791 erstmals in einem französischen Verfassungstext verschriftlicht, das Prinzip taucht jedoch schon sehr viel länger als Teil der politischen Ordnung Frankreichs auf. Erste Reflexionen zum Unteilbarkeitsprinzip bezogen auf die politische Organisation eines Landes entstanden bereits bei den Philosophen Griechenlands und wurden später durch christliche Theoreme in Frankreich weitergeführt, bis sie auch in kodifizierter Form Eingang in die Staatsorganisation Frankreichs erlangten.1

1. Anknüpfung des verfassungsrechtlichen Unteilbarkeitsprinzips an die (Staats-) Philosophie Platons und Aristoteles

Auch wenn das Unteilbarkeitsprinzip Frankreichs im staatspolitischen Sinne ursprünglich mit christlichen Erwägungen begründet wird, bestanden erste Überlegungen hierzu bereits zu Zeiten der griechischen Philosophen.2 Schon Platon übertrug Gedanken zur Integration von Vielfalt und Einheit auf ein politisches System im Sinne einer Utopie (Politeia3)4 Platon erwähnte noch nicht explizit die Unteilbarkeit als Mittel, das die Einheit einer Gesellschaft herbeiführen soll.5 Jedoch war in seinen Augen das Ende der Einheit „das schlimmste Übel“ für eine zusammenlebende Gruppe von Personen (Polis).6 Die Zielvorstellungen Platons, soziale Einheit in einem flächenmäßig großen Gebiet zu schaffen, sowie die Problematiken die hierdurch hervorgerufen werden, etwa die Einung eines großen Gebiets trotz sozialer Vielfalt,7 lassen sich auch in heutiger Zeit noch wiederfinden.8 Einheit wird als Idealvorstellung verstanden und findet dadurch Eingang in Platons „politisch-philosophische Utopie“9 des Staats. Einheit sei demnach die Zusammenkunft von mehr oder weniger homogenen Teilen eines Ganzen.10 Dass nicht alle Teile des Ganzen homogen sind, führe keinesfalls zur Zersplitterung eines Systems, etwa der einer Stadt (Polis) oder der darin angesiedelten Gesellschaft. Stattdessen könne die Einung heterogener Teilelemente ein stärkeres Maß an Effektivität des Gesamtsystems herbeiführen, indem neue Methoden und Möglichkeiten entwickelt würden.11 Das Gesamtsystem könne nur dann eine Einheit bilden, sofern es nicht aufgespalten werde, also unteilbar bleibe.12 Nach dieser Analyse wirkt die Einheit als Begrenzung der Vielheit.13

Vom Mittel der Unteilbarkeit spricht später Aristoteles explizit, als er zu definieren versucht, was Einheit bedeutet. Hier stellt er fest, dass die Unteilbarkeit als Kernstück der Einheit anzusehen sei.14 Dieses bezieht er jedoch nicht wie sein Lehrer Platon auf das politische System (am Beispiel der Polis15) sondern auf den Bezug der Einheit zum menschlichen Sein.16 In der späteren theoretischen Ausgestaltung der Unteilbarkeit als christliches Grundprinzip (etwa durch Kyril von Alexandrien oder Thomas von Aquin), aber auch in der heutigen Rechtswissenschaft, wird auf die philosophischen Ursprünge des Prinzips zurückverwiesen.17 Sie bilden damit den ersten Anknüpfungspunkt für eine inhaltliche Ausgestaltung des Unteilbarkeitsprinzips in seiner heutigen Form.

2. Praktische Umsetzung des Unteilbarkeitsprinzips in Frankreich: vom christlichen Prinzip zum Feudalismus

Die von Platon und Aristoteles aufgeworfenen Grundfragen der Unteilbarkeit und Einheit entsprechen zwar denen der heutigen Zeit und solchen, die in früheren Jahrhunderten in Europa aufzufinden waren. Dennoch bilden sie nicht unmittelbar den Ursprung des verfassungsrechtlichen Unteilbarkeitsprinzips. Dieser ist eher in der Verbreitung christlicher Prinzipien durch die Frankenkönige sowie der Entwicklungen innerhalb des feudalistischen Frankreichs zu sehen.18

a) Theoretische Anknüpfung: Unteilbarkeit und christliche Trinitätslehre

Während der merowingischen und karolingischen Zeit wurden die Legitimität von Herrschaftsausübung und die Kirche zunehmend gekoppelt. Die zu dieser Zeit (5.-10. Jahrhundert19) herrschenden Frankenkönige setzten es sich zum Ziel christliche Prinzipien im Herrschaftsgebiet zu verbreiten.20

Als einziger noch dem Heidentum angehörender Machthaber im römischen Reich,21 konvertierte Frankenkönig Chlodwig I (ca. 465 – 51122) um das Jahr 49623 mitsamt seiner Untertanen zum katholischen Glauben.24 Grund hierfür seien insbesondere sein Sieg in der Schlacht bei Soisson 486/48725 über den gallischen Heeresführer Syagrius gewesen, womit Chlodwig fortan über ein Gebiet herrschte, in dem mehrheitlich Christen ansässig waren. Dies machte auch eine stärkere Zusammenarbeit mit den hier ansässigen Bischöfen erforderlich.26 Das Herrschaftsgebiets Chlodwigs umfasste das heutige Frankreich, die Benelux-Staaten sowie den westlichen Teil Deutschlands. Sein Übertritt zum Christentum sollte nicht nur für Europas religiöse Weichenstellung entscheidend sein, sondern begründet auch den Ursprung des bis heute bestehenden Verfassungsprinzips der Unteilbarkeit und Einheit.27 König Chlodwig gilt als erster französischer König und als Begründer der französischen Nation.28 Ausgehend von seiner Konvertierung zum Christentum und weitergeführt durch die folgenden Könige der Merowinger- und Karolingergeschlechter, wurde der Grundstein für heutige Verfassungsprinzipien gelegt.29

Zwei dieser Prinzipien, die verbreitet wurden, war das Prinzip der Einheit und der Unteilbarkeit.30 In der christlichen Lehre wurden die Begriffe bezogen auf die Einheit von Mensch und Christus verwendet. Als Teil des Trinitätsstreits Ende des V. Jahrhunderts bildeten sich die Elemente der Einheit und Unteilbarkeit als Kernprinzipien der Trinität heraus. Da die Bischöfe großen Einfluss auf die Geschicke und die Verfestigung der Macht der Frankenkönige hatten, wurden die Prinzipien, die Sie im Rahmen ihrer Studien entwickelten und zu verbreiten versuchten durch die Frankenkönige weitergetragen.

Kyrill von Alexandrien (um 375 – 44431) war einer der Protagonisten der Kontroverse bezogen auf die – jedenfalls bis dato – umstrittenen Trinitätslehre.32 Er äußerte sich in seinem Werk Contra Iulianum33 maßgebend zu dieser.34 Das Prinzip der Einheit war hiernach eine Neuentdeckung des Christentums. Bezogen auf die Unterscheidung zwischen verschiedenen Existenzformen rekurriert Kyrill auf Platon und seine Hypostasenlehre,35 in der er (mit Ausnahme des Einheitsprinzips) eine Übereinstimmung mit der Trinität sieht.36 Auch die Neuplatoniker der Antike entwickelten, anknüpfend an Platons Lehren, einen Dreiklang3738: hiernach besteht ein Unterscheidung zwischen Gott „das Gute, aus ihm leuchte der Geist hervor“ der „mit Welt befasste Schöpfer“ und als drittes „die Seele“, „die das All bewegt und beseelt“.39 Zudem bekundet er „Gott ist einzig, d.h. eine einzige göttliche Natur wird in der heiligen und wesensgleichen Dreifaltigkeit angebetet, d.h. im Vater, im Sohn und im Heiligen Geist. Denn selbst wenn man glaubt, dass jeder der so Genannten genau das ist, was er in seiner Person und seiner eigenen Hypostase ist – der Vater ist Vater, der Sohn ist Sohn und der Geist ist Geist -, so vereint sie doch zumindest die Identität der Substanz in der Einheit.“40 Nach Kyrill von Alexandrien führe diese Anschauung, die lediglich die Existenzformen differenziert, nicht jedoch eint, zu einer Hierarchisierung zwischen den Teilen der „Dreiheit“.41 Die Einheit, im christologischen Verständnis dieser Zeit, betreffe danach zum einen die Einheit der Menschen untereinander sowie die Einheit mit Christus. Alle Menschen haben den gleichen Geist gemein – den heiligen Geist. Der Heilige Geist vereine alle Menschen in einem einzigen Körper und sei daher unteilbar.42 So beschreibt auch Kyrill von Alexandrien den Heiligen Geist der „uns alle zur spirituellen Einheit führen wird“ als „ein und unteilbar“.43

Bei Chlodwigs Übertritt zum Christentum, musste sich dieser die Frage stellen, welcher Strömung des Christentums er sich anschließt: den Arianern, die nicht an die Trinität und somit auch nicht an die Prinzipien der Einheit und Unteilbarkeit des Heiligen Geistes glaubten, oder den Katholiken. Für einen Anschluss zur arianischen Lehre sprachen Verwandtschaftsverhältnisse Chlodwigs – etwa seiner Schwester – sowie die Gesinnung mehrerer politischer Verbündeter, wie Theoderich der Große. Entscheidend für einen Anschluss an die Strömung des Katholizismus sprachen aber u.a. die überwiegend katholische Bevölkerung seines Herrschaftsgebiets (insbesondere seit der Schlacht von Soisson) sowie die Anschauung der Bischöfe, die intensiv um Chlodwig I warben.44 Remigius von Reims war Bischof der Provinz zu der auch Soisson gehörte und der wohl angesehenste Geistliche Nordgalliens zu dieser Zeit. Seinen Einfluss auf Chlodwig I konnte er auch ausüben, da er politisch sehr erfahren und einflussreich war. Denn er hatte bereits viele Umbrüche miterlebt, etwa war er bereits Bischof, als 476 das weströmische Reich fiel.45

Die Entscheidung Chlodwigs als erster Germanenkönig Katholik zu werden – und die Prinzipien des Katholizismus zu verbreiten46 – war also vorrangig eine politische und sollte die katholischen Gallorömer besänftigen.47 Sie hatte tiefgreifende Folgen für die christliche Ausrichtung Westeuropas sowie für die Institutionalisierung des Unteilbarkeitsprinzips als christliches Prinzip, das später durch das karolingische Geschlecht weitergetrieben wurde.48

b) Unteilbarkeit: Übergang zum Feudalismus – von den Merowingern zu den Kapetingern

Trotz des Übergangs hin zum Christentum und des Bekenntnisses zu Einheit und Unteilbarkeit als christliche Prinzipien, stand der Unteilbarkeit des Herrschaftsgebiets des fränkischen Königs noch entgegen, dass nach seinem Tod das Land unter seinen Söhnen in gleiche Teile geteilt werden sollte.49 Etwa wurde nach Chlodwigs Tod das Reich in vier Teile gespalten.50 Bis zum Machtwechsel hin zum Karolingergeschlecht im 8. Jahrhundert wurde die Erbfolge der Aufspaltung des Gebiets beibehalten.51 Die immer weiter fortschreitende Machtzerbröckelung durch den Brauch der Aufspaltung königlichen Territoriums führte schlussendlich zum Feudalismus.52 Die Entstehung dieser Gesellschaftsordnung führt zur praktischen Uminterpretation des Unteilbarkeitsprinzips auf die Organisation des Staatsgebiets. Es entstand das Prinzip der Unteilbarkeit der Lehensgüter, welches später bei der Entstehung Frankreichs von höchster Bedeutung sein sollte.53 Es sollte verhindert werden, dass Ländereien immer weiter unter mehreren Söhnen einer Familie auf- und umverteilt werden. Hierin ist eine Parallelentwicklung zum Ost-fränkischen Reich auszumachen, wo mit der Goldenen Bulle von 1356 in Art. XX die Einheit der vier weltlichen Kurfürstentümer54 sowie in Art. XXV ihre Unteilbarkeit beschlossen wurde.55 Zunächst schlug sich der Unteilbarkeitsgedanke also auf das Territorium einzelner Lehensgüter durch, bevor auch die französische Krone das Konzept für sich in Anspruch nahm. Unter Ludwig IX werden im 13. Jahrhundert mehrere Änderungen eingeführt sowie angestoßen, die die Zerteilung des Territoriums und der Macht verhindern und das Konzept der Einheit Frankreichs fördern.56 Als wohl wichtigste Änderung wurde die Thronfolge angepasst: nur noch der erstgeborene Sohn erbte das Recht, auf den Thron zu folgen. Die Krone wurde damit zum neuen Bezugspunkt der Unteilbarkeit.57 Des Weiteren wurde die sog. Apanage verändert.58 Danach erhielten nichtregierende Mitglieder einer Adelsfamilie beim Tod eines Adeligen eine Abfindung.59 Auch die Apanage sollte fortan unteilbar sein.

Die christlichen Ursprünge des Prinzips der Einheit und Unteilbarkeit – für die Chlodwig I mit seinem Übertritt zum Christentum und seiner Verbreitung im Herrschaftsgebiet den Grundstein gelegt hatte – wurden, parallel zu der Entwicklung im Westfränkischen Reich60 durch Thomas von Aquin wiederaufgenommen. Die Rede war von der himmlischen bzw. göttlichen Einheit – die entsprechend dem ursprünglichen Trinitätsbild – auf das politische System übertragen wurde.61 Thomas von Aquin arbeitete heraus, dass Grundvoraussetzung für die Einheit einer Entität ihre Unteilbarkeit sei. Eine Sache ist darüber hinaus weniger eins, wenn sie stärker teilbar ist.62

In Fortführung der Ideen Platons zur Einheit und Unteilbarkeit63 ist er der Meinung, dass Einheit nicht die Vielheit verneint.64 Sie widerspreche nur der Unterteilung. Teilbarkeit und Vielfalt seien also keine Widersprüche. Dies entspricht auch der Vereinbarkeit von teilbaren Lehensgütern und Einheit auf nationaler Ebene. Denn Vielheit könne existieren, sie sei aber besser zu führen von einem Einzelnen statt von vielen.65 Die Brücke zur christlichen Theologie schlug Thomas von Aquin, indem darauf verwiesen wurde, dass auch Gott durch seine „Ein“-heit Güte und Frieden für alle Menschen schaffe. Der Staat solle nach der Politologie Thomas von Aquins genauso organisiert sein, wie die Welt, der er angehöre – also die göttliche Welt. Somit wurde durch die Rückkopplung der unteilbaren Macht des Königs an christliche Grundvorstellung, die bereits seit Jahrhunderten zurückgehend auf Chlodwig I im Herrschaftsgebiet verbreitet war, die Macht des Königs verfestigt. Durch die Verankerung seit Jahrhunderten fiel die erneute Bekundung einer Einheitsfigur im König auf fruchtbaren Boden.

Im 14. Jahrhundert erhielt der König Karl VIII offiziell den Titel König der Christen bzw. „fils ainé de l’église“. Der König wurde als Vertreter Gottes auf Erden behandelt und repräsentiert die Einheit Gottes unter Anerkennung aller Autorität des Papstes als weiteres Zeichen für seine göttliche Mission.66 Zeit seines Lebens, also seiner Herrschaft, übte der König damit die alleinige Staatsgewalt aus. Aus dieser Zeit stammt auch der französische Patriotismus, der im hundertjährigen Krieg und mit der Figur Jeanne d’Arcs verfestigt wurde.67 Dieser Patriotismus konnte mithilfe einer einheitlichen und unteilbaren Herrschaftsfigur zementiert werden, deren Herrschaftsauftrag göttlich intendiert war.

3. Zwischenergebnis: pluralistische und föderalistische Ursprünge der Unteilbarkeit

Interessant am Rückblick auf die Entstehungshistorie des Unteilbarkeitsbegriffs in der Antike ist vor allem zweierlei: Zum einen wird bereits in der Antike von der Unteilbarkeit als Mittel zur Erreichung von Einheit gesprochen.68 Die Begriffe der Einheit und Unteilbarkeit sind also seit jeher eng verknüpft. Dass in einer Gesellschaft nach Einheit gestrebt wird, wird als an sich menschlich beschrieben.69 Zum anderen sollte diese Einheit im Ursprung nicht durch Vereinheitlichung, sondern durch die Einheit von Vielheit zustande kommen.70 Damit wurde die Einheit im Ursprung nicht mit einer Einheitsstaatlichkeit in seiner heutigen Definition gleichgesetzt. Vielmehr war die parallele Existenz einzelner Rechtsordnungen möglich. Dieser Ansatz könnte mit Blick auf die heutige Problemstellung des Unteilbarkeitsprinzips – der mangelnden praktischen Durchsetzbarkeit einheitlicher Regelungen im Republikgebiet – Aufschluss und mögliche Lösungsansätze bieten. Auch unter König Ludwig IX, mit Ingangsetzen eines Prozesses absolutistischer Souveränität der Krone, welcher in der Herrschaft Ludwig XIV kumulierte,71 war noch eine ausgeprägte Rechtsvielfalt im Land vorzufinden war.72 Das Unteilbarkeitsprinzip bezog sich vor allem auf die Verfestigung der alleinigen Macht des Königs, als Vertreter Gottes auf Erden, dessen Reich ebenso ausgestaltet sein sollte wie das Gottes im Himmel.73 Auch zu diesem Zeitpunkt Entsprechend der ursprünglich antiken und dann christlichen Idee waren Vielheit und Einheit bzw. Unteilbarkeit also noch vereinbar.

  1. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30ff. [↩]
  2. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30; Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 423f. [↩]
  3. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 932. [↩]
  4. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 299; Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  5. Vgl. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 299. [↩]
  6. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, 462, die Polis beschreibt dabei das utopische Modell einer Stadt. [↩]
  7. Vgl. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 299. [↩]
  8. Dazu vertieft unten Teil B. [↩]
  9. Plato/Rufener/Szlezák, Der Staat, 2011, S. 932. [↩]
  10. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  11. Vgl. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  12. Vgl. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  13. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  14. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  15. Vgl. hierzu vertieft Pradeau, Platon et la cité, 2014. [↩]
  16. Eine andere Auffassung als Platon vertritt Aristoteles jedoch mit Hinblick auf die Einheit des Staates, vergleiche dazu:Aristoteles/Bonitz/Seidl (Hrsg.), Metaphysik; auch: Schütrumpf in Corcilius/Rapp (Hrsg.), Aristoteles-Handbuch, 2. Aufl., 2021, S. 61 (68). [↩]
  17. Hammerstaedt in Dassmann (Hrsg.), Reallexikon für Antike und Christentum – Band XVI, 1994, S. 986 (987f.); zitiert in: Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31; Pègues in Pègues (Hrsg.), Commentaire Français Littéral de la Somme théologique de saint Thomas d’Aquin, 1908 (301). [↩]
  18. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31f. [↩]
  19. Jussen, Die Franken, 2014, S. 7. [↩]
  20. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  21. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 174. [↩]
  22. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 9. [↩]
  23. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 199; zur Taufe Chlodwig I vgl. im Detail Tours, Histoire des Francs, 2009, S. 163ff. [↩]
  24. Gottlieb Jahrbuch des römisch-germanischen Zentralmuseums Mainz 2017, (149);. Das Leben Chlodwig I wurden dokumentiert von Bischof Gregor von Tours Tours, Histoire des Francs, 2009; auch wenn die Glaubwürdigkeit seiner Darstellung im Einzelnen von Historikern bezweifelt wurde, werden sie dennoch als Ausgangspunkt für wissenschaftliche Darstellungen verwendet, vgl. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175f. [↩]
  25. Vgl. Tours, Histoire des Francs, 2009, S. 162f.; Vyver Revue belge de philologie et d’histoire 1936, 859 (861ff.). [↩]
  26. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 174. [↩]
  27. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 9. [↩]
  28. Becher bezeichnet Chlodwig I sogar als « Begründer Europas“, siehe Becher, Chlodwig I, 2011, S. 282. [↩]
  29. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  30. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  31. Alexandrien in Riedweg/Brüggemann/Kinzig (Hrsg.), Gegen Julian, S. 11. [↩]
  32. Die Trinitätslehre wurde im ersten Konzil von Nicäa 325 verabschiedet – Gegner der Lehre wurden demzufolge als Arianer bezeichnet, vgl. Chadwick, Die Kirche in der antiken Welt, 2019. Aufl. 1972, S. 142ff.; Vyver Revue belge de philologie et d’histoire 1936, 859 (862). [↩]
  33. Dieses entstand mutmaßlich zwischen den Jahren 423 und 428/430, vgl. Alexandrien in Riedweg/Brüggemann/Kinzig (Hrsg.), Gegen Julian, S. 11. [↩]
  34. Insb. in seiner Schrift: Thesaurus: De sancta et consubstantiali trinitate. [↩]
  35. Hammerstaedt in Dassmann (Hrsg.), Reallexikon für Antike und Christentum – Band XVI, 1994, S. 986 (987f.). [↩]
  36. Schramm Museum Helveticum 2017, 66 (74f.). [↩]
  37. Insb. durch Plotin erfolgten Adaptationen der Einheitslehre Platons, vgl. Halfwassen, Plotin und der Neuplatonismus, 2004, S. 9f.; J. Koch Kant-Studien (117ff.); zur Adaptation des Dreiklangs mit Rückgriff auf Platon vgl. insbesondere Schramm Museum Helveticum 2017, 66 (74). [↩]
  38. Halfwassen, Plotin und der Neuplatonismus, 2004, S. 9f.; Schramm Museum Helveticum 2017, 66 (74). [↩]
  39. Alexandrien et al., Contre Julien, S. 433; auch schon zitiert in der deutschen Übersetzung von Schramm Museum Helveticum 2017, 66 (74). [↩]
  40. Alexandrien et al., Contre Julien, S. 433. [↩]
  41. Schramm Museum Helveticum 2017, 66 (75f.), dies könnte aber auf ein christliches Fehlverständnis der Neuplatonik zurückzuführen sein, die der Dogmatik von Kyrills Lehre in die Karten spielt. Denn auch bei Hypostasen aus Neuplatonik ergibt sich Einheit: aus dem „Prozess ihres Hervorgangs aus dem ersten Einen, durch den sich differenzierte Einheiten auf den verschiedenen Stufen der Wirklichkeit ergeben“ die des Geistes und die der Seele, vgl. dazu ebda (75f.). [↩]
  42. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  43. Zitiert in : Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31; zu der Kontroverse um die Trinitätslehre, deren Befürworter Kyrill von Alexandrien war, vgl. auch im Detail Newman in Earnest/Tracey (Hrsg.), John Henry Newman: Fifteen Sermons Preached Before the University of Oxford, 2006. [↩]
  44. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175. [↩]
  45. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 181f.; so schildert es Gregor von Tours als zeitgenössischer Schreiber, welcher das Leben Chlodwigs I zu seinen Lebzeiten dokumentierte, vgl. hierzu Hess Das Mittelalter 2015 (80f.). [↩]
  46. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175; Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  47. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175; Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  48. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175; Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  49. Becher, Chlodwig I, 2011, S. 175; Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  50. Ergänzen: Gregor von Tours, Originalquelle; Becher, Chlodwig I, 2011, S. 270; Assemblée nationale, Tome I – Etats généraux; Cahiers des sénéchaussées et bailliages, 1789, S. 39. [↩]
  51. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31; vgl. auch Boussard in Queneau (Hrsg.), La France et les français, 1972, S. 967 (985). [↩]
  52. Zur Entwicklung des französischen Feudalismus vgl. im Detail Boussard in Queneau (Hrsg.), La France et les français, 1972 (967ff.). [↩]
  53. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  54. Müller/Seibt, Die Goldene Bulle, 1978, 98, 129f. [↩]
  55. Art. XXV spricht von der Einheit der Kurfürstentümer in: La Bulle d’Or, 1741, S. 49f. [↩]
  56. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 32. [↩]
  57. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31; Assemblée nationale, Tome I – Etats généraux; Cahiers des sénéchaussées et bailliages, 1789, S. 46. [↩]
  58. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31. [↩]
  59. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 31f.; Assemblée nationale, Tome I – Etats généraux; Cahiers des sénéchaussées et bailliages, 1789, S. 43. [↩]
  60. Vgl. La Bulle d’Or, 1741, S. 5f., hier wird vom Erlass der Goldenen Bulle im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit gesprochen. [↩]
  61. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, S. 309ff.; Aquin, Somme théologique, 1984, S. 123ff.; im Detail hierzu auch Pègues in Pègues (Hrsg.), Commentaire Français Littéral de la Somme théologique de saint Thomas d’Aquin, 1908 (151ff.). [↩]
  62. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, S. 301. [↩]
  63. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, S. 297f.; Aquin, Somme théologique, 1984, S. 124. [↩]
  64. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, 297-298, 300-304; Aquin, Somme théologique, 1984, S. 125ff. [↩]
  65. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, S. 300ff.; Aquin, Somme théologique, 1984, S. 125ff. [↩]
  66. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 32. [↩]
  67. So wird der nationale Feiertag, der Jeanne d’Arc zelebrieren soll auch „fête du patriotisme“ genannt, vgl. Sanson Revue d’histoire moderne et contemporaine 1973, 444. [↩]
  68. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  69. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 30. [↩]
  70. Pègues, Commentaire français littéral de la Somme théologique de saint Thomas-d’Aquin, 1907-1931, 297f. und 300ff.; Aquin, Somme théologique, 1984, S. 125ff. [↩]
  71. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 32. [↩]
  72. Vgl. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 35; vgl. Tocqueville, L’Ancien Régime et la Révolution, 2002, S. 60. [↩]
  73. Debbasch, Le principe révolutionnaire d’unité et d’indivisibilité de la République, 1988, S. 32. [↩]

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Table des matières

  • 1. Anknüpfung des verfassungsrechtlichen Unteilbarkeitsprinzips an die (Staats-) Philosophie Platons und Aristoteles
  • 2. Praktische Umsetzung des Unteilbarkeitsprinzips in Frankreich: vom christlichen Prinzip zum Feudalismus
    • a) Theoretische Anknüpfung: Unteilbarkeit und christliche Trinitätslehre
    • b) Unteilbarkeit: Übergang zum Feudalismus – von den Merowingern zu den Kapetingern
  • 3. Zwischenergebnis: pluralistische und föderalistische Ursprünge der Unteilbarkeit

About Madeleine Lasserre

Madeleine Lasserre absolvierte eine Cotutelle-Promotion zum französischen Verfassungsrecht an der Universität Münster sowie an der Université Paris Nanterre. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für internationales und vergleichendes öffentliches Recht der Universität Münster.

Références de l’édition originale

Edouard Laferrière, Traité de la juridiction administrative et des recours contentieux, Paris, Berger-Levrault, 2ème édition, 1896.

[1] Les numéros de page sont entre crochets.

(1) Les notes de bas de page sont entre parenthèses avec leur numéro.

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  • 1. Anknüpfung des verfassungsrechtlichen Unteilbarkeitsprinzips an die (Staats-) Philosophie Platons und Aristoteles
  • 2. Praktische Umsetzung des Unteilbarkeitsprinzips in Frankreich: vom christlichen Prinzip zum Feudalismus
    • a) Theoretische Anknüpfung: Unteilbarkeit und christliche Trinitätslehre
    • b) Unteilbarkeit: Übergang zum Feudalismus – von den Merowingern zu den Kapetingern
  • 3. Zwischenergebnis: pluralistische und föderalistische Ursprünge der Unteilbarkeit

L'auteur

Madeleine Lasserre

Madeleine Lasserre absolvierte eine Cotutelle-Promotion zum französischen Verfassungsrecht an der Universität Münster sowie an der Université Paris Nanterre. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für internationales und vergleichendes öffentliches Recht der Universität Münster.

Sommaire

  • Avant-propos à la réédition du Traité de la juridiction administrative d’Édouard Laferrière
  • Tome 1
    • Préface à la deuxième édition
    • Livre préliminaire : Notions générales et législation comparée
      • Chapitre I : Notions générales
      • Chapitre II — Législation comparée — Etats se rapprochant du système français
      • Chapitre III — Législation comparée (Suite) — Belgique et Etats du système belge
      • Chapitre IV Législation comparée (Suite et fin). Système anglo-américain
    • Livre premier : Histoire de la juridiction administrative en France
      • Chapitre Ier – Ancien Régime
      • Chapitre II – Période révolutionnaire
      • Chapitre III – De l’an VIII à 1848
      • Chapitre IV – De 1848 à l’époque actuelle
      • Chapitre V – Statistiques de la juridiction administrative et des conflits
    • Livre II : Organisation de la juridiction administrative
      • Chapitre Ier – Conseil d’Etat statuant au contentieux
      • Chapitre II – Conseils de préfecture
      • Chapitre III – Des conseils du contentieux des colonies
      • Chapitre IV – Juridictions spéciales. — Cour des comptes
      • Chapitre V Juridictions spéciales (Suite). — Conseils de revision. Conseils de l’instruction publique.
      • Chapitre VI Attributions des ministres en matière contentieuse
    • Livre III : Limites de la compétence administrative à l’égard de l’autorité judiciaire
      • Chapitre I – Règles générales sur la séparations des compétences administrative et judiciaire
      • Chapitre II – De la compétence sur les questions d’état de droits civils et autres droits individuels
      • Chapitre III – De la compétence sur les questions de propriété
      • Chapitre IV – Règles de compétence concernant quelques propriétés spéciales
      • Chapitre V – De la compétence en matière de contrats
      • Chapitre VI – De la compétence en matière criminelle et correctionnelle
      • Chapitre VII – De la compétence sur les poursuites dirigées contre les fonctionnaires publics autres que les ministres
      • Chapitre VIII – De la compétence sur les poursuites dirigées contre les ministres
      • Chapitre IX – De la compétence sur les actions en responsabilité dirigées contre l’Etat, les département ou les communes, à raison de fautes de leurs agents
      • Chapitre X – Des matières administratives déférées par la loi à l’autorité judiciaire
  • Table analytique des matières contenues dans le premier volume
  • Tome 2
    • Livre IV : Limites de la compétence administrative à l’égard des autorités législative, parlementaire et gouvernementale
      • Chapitre Ier – Des actes législatifs et des décisions de l’autorité parlementaire
      • Chapitre II – Actes de gouvernement
      • Chapitre III – Juridiction spéciale du gouvernement en matière de prises maritimes
      • Chapitre IV – Juridiction spéciale du gouvernement en matière d’abus (1)
    • Livre V : Contentieux de pleine juridiction
      • Chapitre Ier – Contentieux des contrats administratifs
      • Chapitre II – Actions en responsabilité pour dommages et pour fautes
      • Chapitre III – Contentieux des traitements, soldes et pensions
      • Chapitre IV – Acquittement des dettes de l’Etat
      • Chapitre V – Contentieux des contributions directes
      • Chapitre VI – Contentieux électoral
    • Livre VI
      • Chapitre Ier – Notions générales et historiques sur le recours pour excès de pouvoir
      • Chapitre II – Conditions de recevabilité du recours pour excès de pouvoir
      • Chapitre III – Des moyens d’annulation des actes administratifs attaqués pour excès de pouvoir
      • Chapitre IV – De la procédure du recours pour excès de pouvoir et de l’effet des décisions
      • Chapitre V – Du recours en cassation contre les décisions juridictionnelles
    • Livre VII – Contentieux de l’interprétation
      • Chapitre Ier – De l’interprétation des actes administratifs
      • Chapitre II – Appréciation de la validité des actes administratifs
    • Livre VIII : Contentieux de la répression
      • Chapitre Ier – Des contraventions de grande voirie et des personnes à qui elles sont imputables
      • Chapitre II – Poursuite et répression des contraventions
  • Table analytique des matières contenues dans le second volume
  • Table alphabétique des matières contenues dans les deux volumes

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